Behandlung des übermässigen Schwitzens (Hyperhidrose) mit Botulinumtoxin A

Sehr geehrte Patientin! Sehr geehrter Patient !

Sie interessieren sich für eine Behandlung übermässigen Schwitzens mit Botulinumtoxin A. Nachfolgend möchte ich Ihnen gerne einiges zu dieser Methode erklären und dabei die am häufigsten gestellten Fragen beantworten.

Wie kommt es zu übermässigem Schwitzen?

Die Schweissdrüsen in der Haut sind mit Nervenendigungen des unwillkürlichen (vegetativen) Nervensystems verbunden. Dieses steuert ohne unseren bewussten Willen zahlreiche Körperfunktionen wie Herzrhythmus, Blutdruck, Verdauung und Wärmehaushalt. In der Regel dient das Schwitzen der Wärmeabgabe. Es kommt aber auch vor, dass spontan und ungewollt vermehrt Nervenimpulse an die Schweissdrüsen gesandt werden und die Betroffenen zu schwitzen beginnen, in Situationen, in denen das als stark störend erlebt wird. Dies tritt besonders unter Stressbedingungen auf und äussert sich dann am stärksten dort, wo die meisten Schweissdrüsen in der Haut zu finden sind: in der Achselhöhle sowie an den Händen und Füssen. Nur selten wird übermässiges Schwitzen durch Störungen im Hormonsystem ausgelöst. Eine solche Ursache kann meistens ausgeschlossen werden. Viel häufiger findet sich allerdings keine zugrunde liegende Ursache, und man wird sich darauf konzentrieren, die Beschwerden zu lindern.

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Was ist Botulinumtoxin A und wie wirkt es?

Botulinumtoxin A ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiss. Wird es in die Haut gespritzt, so blockiert es dort gezielt die Nervenimpulse, die die Schweissproduktion verursachen. Wird es hingegen in einen Muskel gespritzt, so führt das ebenfalls über eine Blockade der Nervenimpusle zu einer Entspannung der behandelten Muskeln. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden dadurch nicht beeinflusst. Es wird seit Jahren zur Behandlung von Gesichts-, Augen- und Nackenkrämpfen sowie zur Korrektur mimisch bedingter Falten und zur Behandlung des übermässigen Schwitzens verwendet. Seit 2003 ist das Präparat Botox® in der Schweiz zur Behandlung der axillären Hyperhidrose beim Erwachsenen zugelassen.

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Welche anderen Möglichkeiten der Behandlung einer Hyperhidrose gibt es?

Es stehen eine gewisse Zahl von Medikamenten zur äusserlichen Anwendung zur Verfügung, die bei regelmässiger Verwendung die Schweissproduktion reduzieren können. Oft enthalten diese Mittel Aluminiumsalze, die über eine Veränderung der Struktur der Schweissdrüsen deren Produktion bremsen. In einigen Fällen können regelmässige Hand- und Fussbäder mit schwachen Gleichströmen (Leitungswasseriontophorese) zu einer Besserung führen. Es gibt nur wenige Medikamente zum Einnehmen, die die Schweissproduktion reduzieren. Eine grössere Zahl möglicher Nebenwirkungen solcher führt dazu, dass diese Mittel nur sehr selten eingesetzt werden.

Schweissdrüsen können, vor allem axillär, auch operativ entfernt werden. Ein dauerhafter Erfolg spricht für diese Behandlung, der Aufwand eher dagegen. Mittels Operation können theoretisch auch Nervenstränge neben dem Rückenmark durchtrennt werden, die die Schweissproduktion mit regulieren. Diese Methode wird nur sehr selten angewendet.

Klinische Studien haben gezeigt, dass die Schweissproduktion durch eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin A innerhalb von wenigen Tagen erheblich vermindert und damit eine sowohl objektiv als auch subjektiv verbesserte Lebensqualität erzielt werden kann. Oft wird die Schweissproduktion auf ca. 10 % des Ausgangswertes vermindert. Der Eingriff ist vor allem axillär einfach, bemerkenswert nebenwirkungsarm und hochwirksam. Nachteilig ist die begrenzte Wirkdauer von 4-6 Monaten. Welche Methoden für Sie geeignet sind, sollte in einem individuellen Gespräch geklärt werden. Erfahrungsgemäss werden nicht selten auch durch konventionelle Therapiemethoden akzeptable Ergebnisse erreicht. Die Behandlung mit Botulinumtoxin A ist zwar einfach und hochwirksam, aber leider teuer und nicht kassenfähig. Eine solche Behandlung steht daher oft am Ende anderer, unbefriedigend verlaufener Therapieversuche.

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Wie wird behandelt?

Die Lösung mit Botulinumtoxin A wird mit einer sehr feinen Nadel direkt in das entsprechende Hautareal gespritzt. Je nach Grösse des Areals erfolgt die Injektion an durchschnittlich 20 Punkten pro Seite axillär.

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Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Behandlung ist leicht schmerzhaft. Die Behandlung axillär wird zumeist ohne lokale Betäubung vertragen. In Einzelfällen können eine Stunde vor der Behandlung Cremes zur örtlichen Betäubung eingesetzt werden.

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Welche Nebenwirkungen und Komplikationen können auftreten?

Wie bei jeder anderen Einspritzung in die Haut kann es in seltenen Fällen zu einer Hautreizung, einer Hautinfektion oder zu einer leichten Schwellung kommen. In sehr seltenen Fällen wurde nach der Behandlung mit Botulinumtoxin A über Müdigkeit, Mundtrockenheit und allgemeines Krankheitsgefühl berichtet. In seltenen Fällen wurde ein kompensatorisches vermehrtes Schwitzen in Hautbezirken neben den behandleten Regionen beobachtet. Durch die Injektion kann es im Bereich der Injektionsstelle zu einem kleinen Bluterguss kommen. Dieses Risiko wird durch blutverdünnende Medikamente erhöht. Bitte nehmen Sie daher eine Woche vor dieser Behandlung keine Medikamente, die Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®) enthalten, oder andere blutverdünnenden Medikamente (z.B. Marcumar®) ein. Auch Vitamin E, Vitamin E-haltige Multivitaminpräparate sowie Gingko-Präparate setzen die Fähigkeit zur Blutgerinnung herab und sollten eine Woche vor der Behandlung ebenfalls vermieden werden. Sollten sie trotzdem eines dieser Medikamente eingenommen haben, so informieren Sie mich bitte darüber vor der Behandlung. Allergische Reaktionen (Rötung, Juckreiz) an der Injektionsstelle, die auch nach wiederholter Anwendung von Botulinumtoxin A auftreten können, sind höchst selten.

Wird Botulinumtoxin A in den Muskel gespritzt, so hemmt es dort ebenfalls die Nervenimpulse, sodass der betroffene Muskel je nach verwendeter Menge nicht mehr vollständig angespannt werden kann. Bei Muskelverspannungen ist dies ein gewünschter Effekt, bei unverkrampften Muskeln dagegen eine Nebenwirkung. Sie kann insbesondere nach einer Behandlung an den Handflächen auftreten und zu einer vorübergehenden Schwächung der Handmuskulatur führen (verminderte Kraft z.B. beim Schlüsseldrehen oder öffnen von Drehverschlüssen). Die Schwächung bildet sich regelmässig innerhalb von Wochen wieder zurück. In der Achselhöhle wurden bislang keine derartigen Nebenwirkungen beobachtet. Wie bei jeder anderen Einspritzung in die Haut kann es in seltenen Fällen auch zu einer Hautreizung oder -infektion kommen. Bleibende Wirkungen oder Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

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Was muss ich für die Behandlung beachten?

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Weitere Informationen

Zurzeit ist das Präparat Botox® in der Schweiz unter anderem zur Behandlung der axillären Hyperhidrose zugelassen. Eine Zulassung zur Behandlung in anderen Lokalisationen besteht bislang nicht, wird aber angestrebt. Will man trotzdem die Hände oder die Füsse behandeln, so handelt es sich rechtlich gesehen um einen Therapieversuch (off label use), der als solcher Ihr Einverständnis erfordert.

>Einverständniserklärung [ pdf ]

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Die Kosten

Der Preis wird vor der ersten Behandlung individuell festgelegt und richtet sich nach Aufwand und Verbrauch. Eine Behandlung kostet 800 CHF (Achseln), die Behandlungskosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

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